Deutsche Sprache, schwere Sprache

Erstellt am Dienstag, 08. Dezember 2015

Warum ist die Gurke weiblich, das Fräulein aber sächlich?

Siegen. „Wer sich das mit der deutschen Grammatik ausgedacht hat, hat Generationen von Migranten vor ein großes Problem gestellt.“ Der türkischstämmige Satiriker Osman Engin war zu Besuch am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Siegen und spannte in seinen wunderbaren Kurzgeschichten einen weiten Bogen von den Fallstricken der deutschen Grammatik, der angeborenen Besinnlichkeit in der Weihnachtszeit bis hin zum Klapperstorch.

Für den Satiriker Osman Engin stellt die deutsche Sprache kein Problem dar, denn er spielt gekonnt mit Wörtern. Mit seiner kurzweiligen Lesung zog Engin 200 Schüler und Schülerinnen in der Aula des Berufskollegs in seinen Bann, die dem Autor ruhig und konzentriert zuhörten. Musa Grünewald, Lehrer für Interkulturelle Kompetenzen am Berufskolleg, konnte Engin über den Atatürkverein zu einer Lesung ans Berufskolleg holen, wodurch die Lesung für die Schüler kostenlos war. Serap Calik, die Vorsitzende des Vereins, freute sich über die Zusammenarbeit: „Das zeigt das Interesse an Interaktion zwischen unterschiedlichen Kulturen.“ Die Schüler lauschten Geschichten über die Verzweiflung beim Umgang mit der deutschen Sprache, über Vorurteile oder die Aufklärungsarbeit der kleinen Hatice beim eigenen Vater. Seit 1983 veröffentlicht Engin satirische Kurzgeschichten und schreibt mittlerweile am 16. Buch. Ausgezeichnet wurde er mit diversen Literaturpreisen und dem ARD-Medienpreis. Eine grammatische Regelung war für ihn allerdings logisch: „Dass die Beschimpfung weiblich sein muss, das leuchtet mir ein. Das kenne ich von zu Hause.“

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